Qualitätssicherungsinstrumente Datenvalidierung

Datenvalidierung nach QSKH-RL

Die Datenvalidierung nach §9 der Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern (QSKH-RL) umfasst:

  • eine statistische Basisprüfung (Vollzähligkeits-, Vollständigkeits- und Plausibilitätsprüfung)
  • ein Stichprobenverfahren mit Datenabgleich, in dem die Übereinstimmung mit der Patientenakte überprüft wird
  • einen gezielten Datenabgleich, in dem die Übereinstimmung der Qualitätssicherungsdokumentation mit der Patientenakte wegen konkreter Anhaltspunkte auf Dokumentationsmängel überprüft wird

Statistische Basisprüfung mit Strukturiertem Dialog

Bei der statistischen Basisprüfung erfolgt eine Analyse der Daten nach festgelegten Auffälligkeits­kriterien, die auf eine fehlerhafte Dokumentation hinweisen können.

Für Krankenhaus­standorte mit rechnerischen Auffälligkeiten wird ein Strukturierter Dialog zur Datenvalidität geführt. Im Rahmen des Dialogs soll geklärt werden, ob der Grund für die rechnerische Auffälligkeit eine fehlerhafte Dokumentation ist.

Die Auffälligkeits­kriterien zur Vollzähligkeit ergänzen die Kriterien zur Beurteilung der Datenvalidität und werden in den Qualitäts­sicherungs­verfahren nach QSKH-RL erhoben. Dazu zählen unter anderem Auffälligkeits­kriterien (AK) zur Überdokumentation, zum Minimaldatensatz, Unterdokumentation von GKV-Patientinnen und GKV-Patienten, die durch verfahrens­spezifische AK ergänzt werden.

Stichprobenverfahren

Der Unterausschuss Qualitäts­sicherung des Gemeinsamen Bundes­ausschusses legt für jedes  Erfassungsjahr diejenigen Qualitäts­sicherungs­verfahren fest, für die ein Stich­proben­verfahren mit Datenabgleich gemäß § 9 QSKH-RL erfolgen soll.

Für jedes Bundesland wird eine Zufallsstichprobe von fünf Prozent der Krankenhausstandorte gezogen, die mindestens vier Fälle in den ausgewählten Qualitätssicherungsverfahren dokumentiert haben. Zu jedem gezogenen Krankenhausstandort wird aus dessen gelieferten Datensätzen eine Zufallsstichprobe von maximal 20 Vorgangsnummern gezogen. Das Vorgehen wird im Kapitel 13.3 der Methodischen Grundlagen V 1.1. des IQTIG beschrieben.

Aus dem Datensatz der ausgewählten Qualitäts­sicherungs­verfahren wird ein Teil der Datenfelder für die Zweit­erhebung bestimmt und mit den Angaben in der Patientenakte abgeglichen.

Gezielter Datenabgleich

Der gezielte Datenabgleich wird zusätzlich zum Stichprobenverfahren durchgeführt, wenn bei einem Krankenhausstandort im Vorjahr im Datenabgleich Dokumentationsfehler in besonderer Häufigkeit oder Relevanz festgestellt wurden, bei wiederholten rechnerischen Auffälligkeiten in der statistischen Basisprüfung oder bei festgestellter Nicht-Dokumentation eines Sentinel Events im Vorjahr.

Zeitlich begrenzte Änderungen wegen COVID-19-Pandemie

Die Datenvalidierung gem. § 9 Abs. 1 Nr. 2 und 3 für das Erfassungsjahr 2019 sind ausgesetzt.